Das ist wahrscheinlich das bitterste Lied, das ich mich bis dato zu schreiben gezwungen sah. Aber dem ganzen Mist, der seit nun fast zehn Jahren hierzulande abläuft, kann man nur noch mit Zynismus begegnen. Solingen, Aschaffenburg, Würzburg, Magdeburg, München - das sind nur die letzten Glieder einer blutigen Kette, die sich seit Muttis "Wir schaffen das" und Küchenhilfes "Unser Land wird sich ändern und ich freue mich darauf" durch unser Land zieht. Die Täter werden indes werden nicht nur kaum bestraft oder von ihren Taten abgehalten, nein, sie erhalten auch noch wohlwollende Anonymität. "Ein Mann" - die Beschreibung in den Polizeiberichten ist längst schon zum Synonym für eine ganz bestimmte Klientel geworden. Also habe ich mir das auch zu eigen gemacht. Denn jeder weiß doch, worum es geht.
Übrigens hätte ich einen Tipp, was gegen "Einmann" helfen könnte: Macht doch morgen einfach "Eine Frau" zur Kanzlerin.
Der US-amerikanische Sänger Woodie Guthrie hatte sich in den 1940ern auf seine Gitarre die Worte "this machine kills fascists" geschrieben. Ein Statement, das mich schon immer beeindruckt hat. Musik kann eine Menge leisten: zum Tanzen animieren, zum Träumen einladen, Brücken bauen und zum Nachdenken zwingen.
In Anbetracht dessen, was vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bei uns läuft - was vor allem schief läuft - möchte ich einen Beitrag dazu leisten, bestimmte Dinge nicht unwidersprochen zu lassen - als Bürger, Vater, denkender Mensch. Ausgangssperren, Arbeitsverbote und weitere Einschränkungen von Freiheitsrechten müssen mindestens hinterfragt werden. Auf der anderen Seite erfolgt eine zunehmende Aufweichung von moralischen Grundsätzen, von Sprache, von alledem, was unser Zusammenleben seit Jahrzehnten definiert.
Dass gerade die Kulturszene sich in Schweigen hüllt, überrascht mich. Also werde ich als jemand, der beruflich ganz woanders zu Hause ist, den Mund aufmachen.